Die verstandlose Jagd nach dem Glück…

1Schon zu Zeiten von Adam und Eva haben Männer - in diesem Fall den verbotenen Apfel - den Frauen aus der Hand gefressen. Dass Frauen dem anderen Geschlecht geistig jeweils zwei Jahre voraus sind, ist auch erwiesen. Und dass das angeblich “stärkere Geschlecht” ohne die Damen hoffnungslos verloren wäre, ist auch offensichtlich. Ohne uns würden die meisten Männer nämlich permanent mit zerknitterten Hemden herumlaufen, täglich Mikrowellenfraß zu sich nehmen und in einem Messihaushalt leben. Es ist unverkennbar: Wir Frauen sind nicht nur intelligenter, feinfühliger und organisierter - wir sind schlichtweg besser (schließlich kommt der Spruch “meine bessere Hälfte” nicht von ungefähr). Dummerweise gibt es da trotzdem etwas, wobei selbst Frauen gänzlichen ihren Verstand verlieren - und nein, ich spreche nicht von Schuhen…

Es sind diese verflixten Männer, von denen ich spreche. Um genau zu sein: Die “Arschloch-Typen”. Beim Thema Männer sind manche Frauen einfach unbelehrbar. Dass ich mich da keinesfalls ausnehmen kann, hat mir mal wieder einer dieser Psycho-Tests vor Augen geführt. Frage diesmal: Auf welchen Typ Mann stehen sie?  Mein Ergebnis:

“Sie bevorzugen das Modell Playboy
 Gut muss er aussehen. Und sexy sollte er sein. Und Ihre Freundinnen sollen grün vor Neid werden, wenn Sie ihn das erste Mal vorstellen. Sie suchen sich immer den Beau aus, und ärgern sich dann, wenn andere Mädels nicht die Finger von ihm lassen können. Für Sie steht Spaß, auch im Bett, ganz oben. Und da liegen Sie mit dem Playboy gar nicht schlecht. Zudem weiß er sie zu überraschen und kennt die besten Clubs der Stadt. Mit dem Playboy als Zielgruppe sind sie schon ein paar Mal auf die Nase gefallen. Zähmen lässt er sich nicht, aber solange Sie Ihren Spaß haben, ist das in Ordnung.”        

 
Da denkt man, spätestens nach der dritten Erfahrung mit dem “Männertyp Arschloch” hätte man es endlich verstanden und doch erweist Frau sich immer wieder als unbelehrbar. Aber warum eigentlich? Schließlich verstehen selbst Kleinkinder, die einmal ihre Hand auf die heiße Herdplatte gelegt haben, dass sie das kein zweites Mal versuchen sollten.
Warum es Frauen dennoch immer wieder zu den Arschlöchern, Machos, Playboys, Weiberhelden, Aufreißern - oder wie auch immer man sie nennen mag - zieht? Dass wir angeblich darauf stehen, schlecht behandelt zu werden, ist schonmal totaler Unsinn.  Dass wir jedoch auch nicht sonderlich scharf darauf sind, ein “Schoßhündchen” unser eigen zu nennen, das uns jeden Wunsch von den Lippen abliest, zu allem Ja sagt und uns täglich tausend Komplimente macht, trifft schon eher den casus knacksus.
Wir wollen einen Mann, der weiß, was er will, selbstbewusst ist und sein Ding durchzieht. Jemanden, zu dem wir aufschauen, mit dem wir Spaß haben, aber auch ernst sein können. Und: Vor allem jemanden, mit dem wir uns auch mal ordentlich zoffen können. Dass außerdem die Optik stimmen sollte, muss ich wohl nicht erwähnen.
Das Problem? Es liegt darin, dass eben viele Frauen so einen Mann wollen und hat ER erstmal erkannt, dass er bei der Damenwelt ankommt wie die Wurst beim Dackel, wird er das ausnutzen. Schließlich sind Männer Jäger und Sammler,  und derjenige, der viel Beute findet, wird sie nur im seltensten Fall am Straßenrand liegen lassen. Genau da liegt wiederum der Reiz: Schaffe ich es, ihn dazu zu bringen, ausgerechnet mich aus der Vielzahl seiner Bewunderinnen auszuwählen? Diese Herausforderung ist unser Antrieb.
Man könnte das auch schlichtweg mit dem Prinzip der Marktwirtschaft erklären: Einen “ganz netten Durchschnittstypen” kann ich mir an jeder Straßenecke aufgabeln. Aber will ich das? Nein, es soll jemand besonderes sein, und diesen jemand gibt’s eben nicht wie Fahrräder in China. Angebot und Nachfrage eben. Und ganz ehrlich: Ein bißchen Jäger und Sammler sind auch wir  Frauen, denn irgendwie ist leichte Beute verdammt uninteressant. So ganz ohne Herausforderung macht auch uns das Jagen keinen Spaß.
Warum “Mister-Nice-Guy” es bei manchen Frauen schwer hat, wäre damit erklärt - wenn auch nur ansatzweise. Natürlich gibt es noch jede Menge weitere Gründe, warum wir nett nicht immer nett finden. Aber da ich nicht die Erste bin, die sich mit diesem Phänomen beschäftigt, wären alle weiteren Argumente ohnehin schon tausendmal zuvor gehört, diskutiert, gesagt und niedergeschrieben.
Viel bewegender hingegen ist die Frage: Kann Frau mit einem Mann Kategorie Arschloch glücklich werden, wenn sie mehr als nur Spaß will? Man sollte meinen, Ja. Schließlich wäre es so einfach: All die “netten Jungs” sollten einfach verstehen, dass es für Frauen der Himmel auf Erden ist, wenn ihr Liebster ihnen eben nicht immer versucht, den Himmel auf Erden zu bereiten. Und um sich nicht verbiegen zu lassen, Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit auszustrahlen, muss man(n) sich längst nicht wie ein Arschloch/Idiot aufführen.
Dass es ganz so einfach aber leider doch nicht ist, beweist die Tatsache, dass ich immer noch Single bin - seit fast zwei Jahren. Auf der Suche nach der richtigen Mischung - also harte Schale, weicher Kern - bin ich in dieser Zeit nicht fündig geworden. Alle Arschlöcher waren auch wirklich Arschlöcher, und alle “Nice Guys” doch zu viel Arschkriecher. Aber wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

2 Antworten to “Die verstandlose Jagd nach dem Glück…”

  1. thobi63 Sagt:

    Hallo Christin,
    ein interessanter Beitrag. Laß mich so viel vorweg sagen. ich gehöre nach deinem Schema eher zu den Nice Guy`s und im Gegensatz zu en “Arschlöchern” werde ich mich jetzt wörtlich zu benehmen versuchen ;) Was meinst du wieviel Frauen es auf der Erde gibt ? 10 Millionen ? 100 Millionen ? 1000 Millionen ? Glaubst du wirklich, dass erwiesen ist, dass die meisten davon auf Arschlöcher stehen ?
    Glaubts du u.a. das es nur 2 Arten von Männer gibt, Machos und Nice Guys ? Wohl kaum, denn dann würde es auch logischerweise nur 2 Arten von Frauen geben, deine und eine andere. Ich denke eher, dass du das Verlangen hast Aufmerksamkeit zu bekommen und wenn du ein Arschloch erobert hast fühlst du dich einfach mehrwertig. Ist ja auch nicht leicht, von solch einem Typen attraktiv gefunden zu werden. Doch wie du auch feststellst, danach ist und bleibt er ein Arschloch und du verlierst das Interesse. Hast es ja wieder mal geschafft ;) Glaube mir in spätestens 10 Jahren siehst du die Männerwelt mit anderen Augen und wenn nicht, dann bleibst du halt bis zu deinem Ende solo. Aber du solltest wissen, es gibt genauso viele verschiedene Frauen wie es verschiedene Männer gibt. Die Welt ist nicht nur schwarz-weiß ;)

    Gruß, Thobi

  2. chrissi2411 Sagt:

    Hey Tobi!
    Erstmal danke für den Comment. Wenn du meinen anderen Blog “das unerschütterlich Ego der Neandertaler” gelesen hast, dann weißt du vielleicht, dass ich nicht auf diese Art Aschlöcher stehe, an die man vielleicht denkt, wenn man das Wort “Arschloch” hört. Vielmehr meine ich “Arschlöcher” mit Stil - wie ich auch schon geschrieben hatte “harte Schale, weicher Kern”.
    Wie du schon so schön sagtest - die Welt ist nicht nur Schwarz und Weiß und daher schreibe ich ja auch von der Suche “nach der perfekten Mischung” - also ein Mittelding - das Grau, Rot, Grün, irgendeine andere Farbe also als nur Schwarz oder Weiß ;)
    Dass alle Frauen die selben Männer-Vorlieben haben wie ich, würde ich natürlich nie behaupten - daher eben das “MANCHE sind unbelehrbar”.Und glaube mir - ich hatte auch schon einen Liebsten aus der Kategorie “nice guy” und ja - der war toll. allerdings hatte ich eben auch schon ein “Arschloch mit Stil” und wenn du mich jetzt fragen würdest, wem ich mehr hinterhertrauere, müsste ich dir leider letzteren nennen.
    Aber hey - wir werden sehen, ob sich deine Prognose bezüglich meines Männergeschmacks in 10 Jahren bewahrheitet ;)

    Lieben Gruß,
    Chrissi

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